„Joa, Kreiz Biarmbaum und Hollerstaudn!“, flucht die Kritische Katze in ihrem besten Pseudo-Bairisch.
Tatzelohrwurm kommt aus seinem Schlaf- und Arbeitszimmer und fragt betont besorgt: „Alles klar? Lernst du nur Fremdsprachen?“
„Es ist jedenfalls klar, dass das Ohrwurmzimmer zu klein ist!“, beschwert sich die Katze: „Äußerst frustrierend, dass ich hier mit derlei Petitessen zu kämpfen habe! Daher musste ich meiner Verärgerung kurz Luft machen und laut fluchen.“
„Sapristi!“, flucht der Tatzelwurm: „Ich empfehle „Sapristi“ – das ist auch viel schneller gesagt.“
„Da kann ich ja gleich sagen: Hunderttausend heulende und jaulende Höllenhunde! Ich meine es aber ernst, sapperlot!“, entgegnet die Katze.
„Potztausend, kennst du schöne Flüche!“, lobt der Tatzelwurm: „Was soll das heißen: zu klein?“
„Zu klein eben, Donnerknispel!“, erregt sich die Katze: „Nicht genug Platz, besorgniserregende Enge, eine beschränkte Freiheit im Gestaltungsspielraum bei der Nutzung des Raumvolumens!“
„Ich habe eine schöne große Wohnung für uns gefunden“, zitiert der Tatzelwurm: „Mit zwei großzügigen, ansprechend geschnittenen Räumen. Da passen alle unsere Sachen rein; wir haben ja auch nicht viel.“
„So war es doch auch, oder etwa nicht?“, argumentiert die Katze: „Aber seit gestern haben wir eben mehr! Ich habe direkt nach dem Frühstück angefangen, meine Schallplatten neu zu sortieren, aber ich weiß noch nicht, wie unsere Neuanschaffungen noch dazwischen passen. Und dann lehnen auch noch irgendwelche vermaledeiten Putzutensilien gegen meine Regale! Genau gegen das Poster, das du mir gemacht hast!“
„Ich musste doch gestern noch schnell die Putzsachen reinholen, die die Dame mit dem Hund oder der Hund oder Joy Denalane vor unsere Wohnungstür gestellt haben – die konnten doch nicht einfach da stehen bleiben.“, berichtet der Tatzelwurm.
„Ist das nicht Diebstahl?“, gibt die Katze zu bedenken: „Das Zeug gehört uns doch überhaupt nicht! Meinetwegen kann das verwünschte Treppenhaus damit vollstehen. Dafür ist es doch eh gedacht. Ich muss hier schwierige Probleme lösen und du trägst neue auf Händen herein! Es kann doch wohl nicht sein, dass uns hier irgendein Dreck vor die Tür gestellt wird und ich am Ende meine Kunstschätze stapeln muss wie Sperrmüll!“
Der Tatzelwurm trägt die Putzutensilien wieder nach draußen, überlegt kurz, dass Trent aus dem ersten Stock sie vermutlich einfach die Treppe hinunter werfen würde und stellt sie dann ordentlich in die Ecke hinter seinem großen Blumentopf mit der großen Glücksfeder, die das obere Ende des Treppenhauses bildet.
„Ist das nicht dekadent?“, gibt nun der Tatzelwurm zu bedenken, als er zurückkehrt: „So viel Platzbedarf für etwas, das man auch einfach streamen könnte? Hast du schon an einen Eroberungsfeldzug gedacht, um Lebensraum für deine Schallplatten zu schaffen?“
„Mehrfach!“, bestätigt die Kritische Katze: „Wir reden hier von Kunst – und Kunst braucht mindestens ein eigenes Zimmer! Das sollte gerade dir mit deinen Comics klar sein! Wenn man in Comics keinen Platz hat, sprengt man natürlich einfach die Panelgrenzen, aber man braucht ja auch Platz für Comics! Und hör mir auf mit Streaming! Streaming ist wie Sex im Dunkeln! Eine Schallplatte ist so viel mehr als nur Musik – sie erweitert die Palette der sinnlichen Genüsse um mehrere Dimensionen: Man kann sie anfassen, aus der Hülle ausziehen, ihre Form und Farbe bewundern und sie auf den Schallplattenspieler hinlegen.“
„Das ist ja die pure Leidenschaft“, sagt der Tatzelwurm ironisch: „Für etwas, das aus toten Dinosauriern hergestellt und vorher um die halbe Welt gekarrt wurde!“
„Womit habe ich jetzt dieses Guilt Tripping verdient?“, klagt die Katze: „Schallplatten gehen bei sachgerechter Handhabung niemals kaputt, nehmen im Wert sogar zu, sind also nachhaltig. Sie bringen Artwork von hohem künstlerischem Wert sogar in der Verpackung mit und.. und … und sie sind charakterbildend, weil sie Geduld und Aufmerksamkeit einfordern und kein Skipping zulassen.“
„Ich will dich doch nur ragebaiten“, sagt der Tatzelwurm lächelnd: „Klappt bei diesem Thema besonders gut. Natürlich weiß ich, was du meinst, denn mit den Comics habe ich ähnliche Probleme: Ich habe schon einen flachen Stapel oben auf dem Regal gebildet.“
„Oh nein!“, ruft die Katze ehrlich erschrocken: „Wenn das die chronologische Reihenfolge unterbricht, finde ich ja nichts mehr!“
„Keine Sorge!“, beruhigt der Tatzelwurm: „Die langen Reihen sind komplett im Regal. Der Stapel ist Elfquest. Aber wenn du und Trent weiterhin die Nachbarschaft gegen uns aufbringt, müssen wir uns eh bald eine neue Bleibe suchen. Vielleicht finden wir etwas Größeres.“
„Hier ist der Plan“, kündigt die Katze an: „Morgen putze ich das Treppenhaus und lasse mich dabei von der Dame mit dem Hund sehen. Oder zumindest vom Hund. Aber du musst etwas für mich tun; du musst Trent ablenken. Mach eine Fahrradtour mit ihm oder so. Wenn der mich beim Treppenhausputzen sieht, bin ich bei ihm unten durch.“
„Guter Plan!“, applaudiert der Tatzelwurm: „Ich mache jetzt Mürbeteig, denn heute gibt es Pilzquiche. Was machen wir jetzt mit den Schallplatten?“
Die Katze wirft dem Regal einen einschüchternden Blick zu und sagt dann: „Für heute kriegen wir das noch hin. Es wird eigentlich zu eng und gedrängt für meine kleinen Lieblinge, aber eine Zeitlang werden sie das wohl aushalten. Und nach dem Essen fällt uns eine Lösung ein, während wir Musikvideos schauen.“
PinkPantheress mit Zara Larsson: Stateside + Zara Larsson
| Jahr | 2026 |
| Land | UK |
| Genre | Drum’n’Bass |
| Aha-Momente | Victoria Walker, besser bekannt als PinkPantheress, feiert heute ihren 25. Geburtstag. Die Kritische Katze besitzt noch keine Schallplatte von ihr, hätte sich aber beim RSD bestimmt eine gekauft, wenn es eine gegeben hätte. Ihr sehr erfolgreiches Mixtape Fancy That aus dem letzten Jahr hat sie gleich geremixt und teilweise neu aufgenommen – berühmte Künstlerinnen und Künstler, die sich beteiligen wollten, standen dafür Schlange. Die ebenfalls derzeit sehr erfolgreiche schwedische Sängerin Zara Larsson hat sich dafür sogar beworben, indem sie ein Demo für ihren Part bei Stateside eingeschickt hat. |
| Hookline / Ohrwurm-Moment | „You can be my American huh huh!“, singen Tatzelohrwurm und die Kritische Katze gemeinsam. „Ich finde toll, wieviel Zara mit ihrer schönen Gesangsstimme zu dem Song beigesteuert hat!“, freut sich der Tatzelwurm: „Am schnellen Vocal Run, den sie bei etwa 2:12 so mühelos aus dem Ärmel schüttelt, scheitern gerade haufenweise Leute bei TikTok.“ |
| Visuelle Highlights | Das Lippendesign von PinkPantheress erinnert den Tatzelwurm an das Video zur Soloversion von Stateside, wo die Sängerin mit weißen Linien übermalt wird. „Schau mal: Panels!“, ruft der Tatzelwurm: „Ein Video wie ein Comic – und beide Sängerinnen haben ein Panel, das gestaltet ist wie ihre derzeitigen Alben! Und sie verlassen die Panels nach vorne, um zu einander zu kommen! Weißt du, was das heißt?“ „Sie durchbrechen die Vierte Wand.“, antwortet die Katze brav: „Deshalb scheinen sie dich auch anzusprechen.“ Dann wird sie plötzlich ganz aufgeregt: „Warte! Die Panels! Und die kommen da raus… Die leeren Bilderrahmen in Pinkies Panel sind die Lösung! Wir bauen Wandhalterungen, in die man die Schallplatten seitlich hineinschieben kann! Vorne müssen sie eine große Öffnung haben, damit man das Cover-Artwork sehen kann – wir können dann abwechseln, welche Platte vorne ist. Wir können die Halterungen bunt lackieren und es passen viele davon an die Fernsehwand!“ |

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