- The Smashing Pumpkins: Zero (live at the Brixton Academy, London, 1996)
- Steven Tyler: She Came In Through The Bathroom Window / Golden Slumbers / Carry That Weight / The End (live at the Kennedy Center Honors 2010, Washington D.C.)
- The Supremes: Stop! In The Name of Love
Das Ofenblech steht ausgelöffelt auf dem Tisch. Es gab Ofengemüse: Zwiebeln, Petersilienwurzel, Möhre, Kürbis, Kartoffeln, Lauch, Tomaten und Knoblauch – außerdem hatte Tatzelohrwurm es sich nicht nehmen lassen, Maronen dazuzugeben. Das selbst gemachte Tzatziki der Kritischen Katze („Das Rezept hat die griechische Küche den Kritischen Katzen abgeschaut und als eigene Kreation ausgegeben!“) gab es als Dip dazu.
Die Katze liegt nun rücklings auf der Couch und macht mit der Fernbedienung Bewegungen wie mit einem Zauberstab. Der Tatzelwurm sitzt daneben, leicht nach vorne gebeugt, und wühlt mit der Pranke unschlüssig zuerst in einer Schale mit Studentenfutter, dann in einer Schale mit kleinen Salzbrezeln.
Schließlich jammert er: „Drei Geburtstage an einem Tag sind einfach zu viel! Da kann man den einzelnen Jubilar:innen gar nicht gerecht werden! Es fühlt sich so an, als müssten wir diverse Partys gleichzeitig veranstalten und die Gäste drängen sich bereits alle im Treppenhaus.“
„Dann lassen wir es bitte ruhig angehen.“, wiegelt die Katze ab: „Wenn dich das stresst, dann lassen wir eben den Geburtstag von Diana Ross in diesem Jahr ausfallen; ihre großen Motown-Hits liegen ohnehin so weit zurück, dass wir für die Zeitreise viel zu viele Dilithiumkristalle aufwenden müssten.“
„Aber das geht doch nicht!“, findet der Tatzelwurm: „Die Frau wird heute 82! Es tut mir leid, wenn ich das so unverblümt sage, aber wie oft werden wir ihren Geburtstag wohl noch feiern können?“
Die Katze richtet die Fernbedienung auf den Tatzelwurm, kneift die Augen zusammen, drückt auf einen Knopf und ruft: „Aus.“
Der Tatzelwurm sinkt ein wenig in sich zusammen.
„Wenn du etwas an deiner Bekanntheit arbeiten würdest“, gibt die Katze zu bedenken: „oder, was nur angemessen wäre, an meiner, dann könntest du Diana im nächsten Jahr zu einer echten Party einladen! Wenn wir Lightnin‘ Hopkins feiern können, dann geht das mit allen anderen auch, die es verdient haben. Diana fände es bestimmt ebenso rührend wie ich, dass du an sie denkst, aber in Wirklichkeit weiß sie es nicht und merkt auch nicht, wenn wir uns heute keinen ihrer Ohrwürmer aussuchen. Irgendwann muss man ja schließlich auch ins Körbchen!“ Die Katze schaut mit dramatischer Sehnsucht zu ihrem Katzenkorb herüber und der Tatzelwurm reißt sich zusammen.
The Smashing Pumpkins: Zero (live at the Brixton Academy, London, 1996)
| Jahr | 1996 |
| Land | USA |
| Genre | Alternative Rock |
| Aha-Momente | Von James Iha, der heute seinen 58. Geburtstag feiert, war bereits die Rede. Der Effektspezialist der Smashing Pumpkins ist – gemeinsam mit Billy Corgans Stimme – für den Sound der Band hauptverantwortlich, hält sich bei Auftritten der Band aber gerne vornehm zurück. Solo war er nie besonders produktiv, aber James ist nebenbei Mitglied der Supergroup A Perfect Circle. Seine klassischen Beiträge zur Musik der Pumpkins liebt die WG aber besonders und muss deshalb doch ein paar Dilithiumkristalle investieren, um sich einen längst vergangenen Auftritt der Mellon Collie-Tour anzusehen. |
| Hookline / Ohrwurm-Moment | Das Zero-Riff ist so unverwechselbar, dass die Pumpkins in den Augen des Tatzelwurms alleine damit unsterblich geworden sind. In der Studioaufnahme kommen dafür sieben Rhythmusgitarren zum Einsatz! Live powern Billy und D’Arcy das Riff vom Anfang bis zum Ende durch, während James ab 1:44 zu einem Solo aufdreht, wie es bei den Pumpkins eher unüblich ist. „Kein Gitarrensolo aus dem Hardrock-Antiquariat!„, erklärt die Katze mit erhobener Zeigekralle: „Hier geht es nicht darum, Fingerfertigkeit oder überlegene Technik zu demonstrieren; James platziert seine Soundeffekte sehr treffsicher, um die Euphorie des Publikums noch mehr zu steigern. Dass er sich zu einer kurzen Improvisation hinreißen lässt, zeigt seine eigene Begeisterung.“ „Nochmal!“, johlt der Tatzelwurm und wirft eine Handvoll kleiner Salzbrezeln in die Luft, von denen er sogar zwei mit dem Maul schnappt. |
| Visuelle Highlights | Die Kritische Katze ist ganz aufgeregt, weil die Kamera sie mitnimmt auf die Bühne und alles beobachten lässt. Ohne ein einziges Mal den Blick abzuwenden springt sie auf und hüpft, Luftgitarre spielend, vor dem Bildschirm hin und her. |
Steven Tyler: She Came In Through The Bathroom Window / Golden Slumbers / Carry That Weight / The End (live at the Kennedy Center Honors 2010, Washington D.C.)
| Jahr | 2010 |
| Land | USA |
| Genre | Hard Rock |
| Aha-Momente | Als Ex-Beatle Paul McCartney die Kennedy Center Honors erhielt, war er zehn Jahre jünger als es Aerosmith-Sänger Steven Tyler heute ist, der nämlich seinen 78. feiert. |
| Hookline / Ohrwurm-Moment | „Die B-Seite von Abbey Road muss sofort Weltkulturerbe werden!“, fordert die Kritische Katze: „Komm, wir starten eine Petition!“ |
| Visuelle Highlights | „Der Gospel-Chor ist eine schöne Idee.“, findet der Tatzelwurm: „Aber man merkt doch, was man an Sir Pauls Gesang hat – ohne Steven zu nahe treten zu wollen natürlich.“ „Siehst du, wie ergriffen Paul ist? Und auch Oprah und der First Lady Forever sieht man die Rührung an, finde ich.“, antwortet die Katze: „Man muss schon so eine rotzfreche, total selbstverliebte Rampensau wie Steven Tyler sein, um bei dieser Gelegenheit überhaupt noch einen Ton herauszubekommen!“ |
Nein, es geht nicht: Tatzelohrwurm kann jetzt nicht einfach so schlafen gehen:
The Supremes: Stop! In The Name of Love
| Jahr | 1965 |
| Land | USA |
| Genre | Rhythm & Blues |
| Aha-Momente | Florence, Mary und Diana waren zusammen die erfolgreichste Band des legendären Motown-Labels. Obwohl Dianas Leadgesang wie immer von guter Laune nur so strotzt („Der traurige Text, der einer Diana Ross etwas anhaben kann, muss erst noch geschrieben werden!“, sagt die Katze herausfordernd), macht es auch Spaß, sich darauf zu konzentrieren, wie Florence und Mary den Song mit ihren Back Vocals bereichern. |
| Hookline / Ohrwurm-Moment | Der Proto-Modern-R&B-Song, den wirklich alle kennen! Kein Wunder, dass er auch heute noch gern gecovert wird! |
| Visuelle Highlights | „Doch, das ging damals als Choreo durch!“, neckt die Katze: „Mit so reduzierten Mitteln können deine K-Pop-Groups nicht auskommen, stimmt’s?“ Der Tatzelwurm ist zu müde, um sich nicht ärgern zu lassen, aber auch zu müde für eine schlagfertige Antwort: „Hey! Ich geb dir gleich reduzierte Mittel!“ Die Katze blinzelt langsam und erwidert nur: „Think it o-o-o-over!“ |

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