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Schon am Morgen sind der Tatzelwurm und die Kritische Katze ganz freudig erregt, als sie sich in ihrem Ohrwurmzimmer treffen. „Weißt du, wer heute Geburtstag hat?“, fragen sich beide gleichzeitig. Dann schauen sie sich tief in die Augen und lauern.

Plötzlich vollführt die Katze eine Art Zickzack-Bewegung mit ihrem Körper und wirft sich in eine sprungbereite Haltung, wobei sie sich auf ihre rechte Vorderpfote stützt und das linke Vorderbein horizontal zur Seite streckt.

Der Tatzelwurm macht eine wilde Tanzbewegung, die aussieht, als wollte er sich in einen Kampf stürzen, wirft sich in eine kerzengerade Pose, reckt der Katze seine linke Schulter und sein Kinn entgegen und ruft: „ye!“

Die Katze muss lachen. Dann schauen sich beide wissend an und nicken.

Nachdem sie den ganzen Tag zusammen Musikvideos geschaut haben, kocht der Tatzelwurm das, was er für vegetarisches Budae Jjigae hält, während die Katze Cass-Bier besorgt.

Beim Essen stoßen die beiden feierlich miteinander an und rufen: „Hoch lebe…

Suga„, ruft der Tatzelwurm.

Taeyeon„, ruft die Katze.

Beide sind einen Moment lang völlig konsterniert und schauen einander mit offenen Mäulern an. Dann beginnen beide laut zu lachen.

„Waaas?“, ruft der Tatzelwurm und bekommt einen Shimeji-Pilz in die Nüstern, „ich dachte, wir feiern heute den 33. Geburtstag von Suga von BTS!“ „Ach was!“, kichert die Katze kopfschüttelnd, „heute wird doch Taeyeon von Girls‘ Generation 37!“

Beide verbringen den Rest des Essens kichernd und freuen sich, dass ihr koreanisches Dinner in jedem Fall passend ist. Am Ende einigen sie sich auf folgende Spielregeln: der Tatzelwurm sucht sein Lieblingslied von Girls‘ Generation heraus – unter der Voraussetzung, dass Taeyeon darin gebührend gefeatured wird; die Katze freut sich in jedem Fall. Zuerst sucht aber die Katze für den Tatzelwurm ihr persönliches Lieblingslied von oder mit Suga heraus, damit am Ende beide einen Ohrwurm haben, den sie für einander ausgesucht haben.

Die Katze ist clever und nimmt „Agust D: Daechwita“

Jahr2020
LandSüdkorea
GenreHip Hop
Aha-MomentMin Yoon-gi heißt nur Suga, wenn er bei BTS ist. Solo nennt er sich auch ganz gerne mal Agust D. In diesem herrlichen Rap Battle gegen sich selbst verkörpert Suga einen tyrannischen blonden König sowie auch dessen rebellischen vernarbten Widersacher. Die viel und laut beschworenen Daechwita-Instrumente (Blasinstrumente und Trommeln) sind über die komplette Dauer des Songs kräftig im Einsatz.
Hookline / Ohrwurm-MomentSuga gibt jeder Figur ihre eigene Stimme: der Tyrann hat eine tiefere und bösartige, während der Rebell jung und verzweifelt klingt. Das gelegentliche Überschnappen von Sugas Stimme passt zu beiden Figuren gut.
Die Musik beginnt pathetisch, aber mit seinem aggressiven Rap zerlegt Suga diesen Eindruck fix und schaltet auf Attacke. Seiner natürlich und mühelos klingenden Sprachmelodie überlässt Suga den Rest.
Visuelle HighlightsHier gibt es eine ganze Menge abgetrennter Köpfe – in Kisten, in Säcken. Umso wichtiger, dass Rebellen-Suga Zeit findet, sich während seiner Anime-artigen Tanzakrobatik in der Dorfszene die Frisur zu richten – solange sie sich noch in Greifweite befindet!
Jung Kook und Jin von BTS haben einen kleinen Cameo-Auftritt, den sie nutzen dürfen, um eine Prügelei miteinander anzufangen. 🙂
Schon wieder ein alter Hyundai Grandeur! Das Auto passt historisch vielleicht nicht ganz in den Erzählkontext des Videos, ist aber offenbar Sugas Lieblingsauto, denn das gleiche Modell kommt im Video zu PSYs Song „That That“ zum Einsatz, den Song Suga co-produziert hat.

Der Tatzelwurm wählt „Girls‘ Generation: I Got A Boy“

Jahr2013
LandSüdkorea
GenreProg K-Pop
Aha-MomentMit Girls’s Generation ging der ganze K-Pop-Zauber los. Die heute noch gültigen Formeln wurden von dieser Band etabliert – unter anderem mit diesem Song.
Keine erfolgsdruckbelastete Produzent:in der Welt würde so leichtsinnig und freigiebig mit Ideen und Hooks um sich werfen! Aus I Got A Boy könnte man bei ökonomischer Herangehensweise drei bis vier Hits machen, aber hier scheint kein Mangel daran zu bestehen – und keine Angst, das Publikum zu überfordern, das es genauso liebt wie der Tatzelwurm, wenn sich der Song plötzlich verwandelt und beinahe eine R&B-Nummer wird.
Neun (9!) Sängerinnen! Auch hier wird immer schön abwechselnd performt, aber stets ist mehr als genug Back-Vocal-Power präsent, falls das Publikum als Gesangspartner mal ausfällt (wie 2020 geschehen 😢). Außerdem sehen die raumgreifenden Choreografien gleich nach mehr aus.
Hookline / Ohrwurm-MomentDer Reset-Point, mit dem der ganze Song wieder neu voll aufgedreht wird, ist ein typisches K-Pop-Merkmal. Hier wird er sogar genau getimed: bei Sinnesüberreizung einfach ab 1:40 wieder einsteigen!
Visuelle HighlightsVon allem zu viel! Grelle Bonbon-Farben! Karikaturistische Mimik! Outfits, die eine wahnsinnige Jahrmarktdirektor:in ohne Rücksicht auf irgendwelche Erwartungshaltungen zusammengestellt hat! Männer ohne Gesicht, aber mit feinen Händen! Sogar Zuckerwatte! Eine R&B-Perücke für Tiffany! Sprechblasen und Rahmen wie in einem Comic!

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